Informationen über COVID-19

Wie gefährlich ist Covid 19?

Das Virus selbst wird Sars-CoV-2 genannt, die Erkrankung, die es auslöst, wird mit Covid-19 bezeichnet.Die meisten Betroffenen infizieren sich, machen die Krankheit wie jede andere Erkältungskrankheit durch, werden wieder gesund und sind dann immun. In China wurden mehr als 70.000 Fälle untersucht und laut dieser Untersuchung handelt es bei 80,9 % um milde Verlaufsformen, bei 13,8% um schwere Fälle und 4,7% der Infektionen wurden als lebensgefährlich eingestuft.

 

In Form einer Lungenentzündung äußern sich die schweren Verlaufsformen und scheinen insbesondere ältere und immungeschwächte Personen zu betreffen und auch für die Todesfälle verantwortlich zu sein. Da vor allem die schweren Fälle auch getestet, leichtere aber oft nicht registriert werden, sind wir hier mit einer besonderen Schwierigkeit konfrontiert. Deshalb kann man noch nicht sagen, inwieweit Sars-CoV-2 tatsächlich tödlich ist. Bis zu zwei Prozent der Patientinnen und Patienten, bei denen eine Corona-Infektion festgestellt wurde, sind bisher gestorben. Vermutlich ist die Todesrate jedoch deutlich niedriger. Virologen gehen von einem tatsächlichen Wert von 0,7% aus.

Woher kommt das Coronavirus?

Eine große Familie von Viren bilden die Coronaviren (CoV), die leichte Erkältungen bis hin zu schweren Lungenentzündungen verursachen können. Zu den Coronaviren zählen das Mers-Coronavirus (Mers-CoV), das 2012 zum ersten Mal beim Menschen aufgetreten ist, und das Sars-Coronavirus (Sars-CoV). Am 7. Januar 2020 wurde in China, in der Region Wuhan, nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beim Menschen erstmals ein neuartiges behülltes Coronavirus (2019-nCoV) identifiziert, das von einem Tier auf einen Menschen übertragen wurde. Die Erkrankung heißt seit 11. Februar 2020 Covid-19 (coronavirus disease 2019).

Schnupfen, Husten, Halsweh: Wann sollte man sich Sorgen machen?

Die Infektionen von Menschen mit gewöhnlichen Coronaviren verlaufen meist mild und ohne Krankheitssymptome. Unter anderem sind die häufigsten Anzeichen einer Infektion: Fieber, Husten, Halsschmerzen, Kurzatmigkeit und Atembeschwerden. Allerdings braucht es für einen Verdacht noch den Kontakt mit einer „Risikoperson“ in den 14 Tagen, bevor die Symptome aufgetreten sind.Dazu zählt ein enger Kontakt mit einem bestätigten oder wahrscheinlichen Coronavirus-Fall oder der Aufenthalt in einer Region, in der von einer anhaltenden Übertragung des Corona-Virus ausgegangen werden muss, ebenso der Aufenthalt bzw. die Arbeit in einer Gesundheitseinrichtung, in der Patientinnen und Patienten mit einer Coronavirus-Infektion behandelt wurden.

Wie soll man sich verhalten, wenn die genannten Symptome auftreten und man mit einer gefährdenden Person Kontakt hatte?

Wenn die genannten Symptome auftreten und man in den vergangenen zwei Wochen in einer Region war, die vom Coronavirus betroffen ist, oder mit einer Person Kontakt hatte, die dort war, sollte man auf jeden Fall nicht gleich zum Arzt gehen, sondern bei der Coronavirus-Hotline anrufen. Unter der Nummer 0800 555 621 beraten Expertinnen und Experten der Ages und beantworten Fragen rund um das Coronavirus. Die Hotline ist sieben Tage die Woche von 0-24 Uhr besetzt. Außerdem kann man sich an das Gesundheitstelefon 1450 wenden. Dort kann man weitere Ratschläge erhalten, die genau befolgt werden sollten.

Wie lange dauert die Inkubationszeit?

Die Inkubationszeit dauert in etwa 2-14 Tage

Wie wird das Virus übertragen?

Die Übertragung erfolgt per Tröpfcheninfektion beim Husten, Niesen oder Sprechen. Ebenfalls ist eine Schmierinfektion möglich, also wenn Kranke und Gesunde denselben Gegenstand berühren. Ausscheidungen wie Harn oder Stuhl sowie Körperflüssigkeiten wie Blut können auch infektiös sein.

Wie schnell verbreitet sich das Virus und wie ansteckend ist es?

Das European Center for Disease Prevention and Control (ECDC) geht davon aus, dass Sars-CoV-2 ähnlich ansteckend wie die Influenza ist und auch auf die gleiche Weise übertragen wird. Alle, die Angst vor der Erkrankung haben, können diese Angst mit der vor einer saisonalen Influenza vergleichen. Zur Zeit gibt es noch nicht genügend Informationen, um sicher sagen zu können, wie leicht sich dieses Virus verbreitet. Es ist nicht bekannt, wie hoch die Viruslast sein muss, die für eine Ansteckung notwendig ist. Ein Infizierter dürfte im Schnitt etwa zwei bis drei weitere Menschen anstecken.

Ist es möglich, dass man sich mit dem Virus ansteckt, die Krankheit aber nicht ausbricht, weil das Immunsystem stark ist. Falls ja, ist man trotzdem ein Wirt, der das Virus weiter verbreitet?

Ja und ja. Dieses Bild ergibt sich aus den Ansteckungsmustern. Auch Menschen, die keine oder nur leichte Symptome haben, können andere anstecken. Das hat zur Verbreitung der Krankheit stark beigetragen.

Woher soll ich wissen, ob ich einen engen Kontakt mit einem bestätigten oder wahrscheinlichen Coronavirusfall hatte? Und leben wir nicht längst in einer Region, in der wir von einer anhaltenden Übertragung des Coronavirus ausgehen müssen?

In Österreich z.B. waren die Infektionsketten bisher gut nachvollziehbar. Aber die Lage verändert sich laufend. Weil niemand wissen kann, ob er sich angesteckt hat und sich das Virus so unkontrolliert ausbreitet, wird empfohlen, soziale Kontakte stark einzuschränken. Diese Maßnahme dient dazu die Hochrisikogruppe der alten Menschen zu schützen.

Wer hat ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf?

Aus den bisherigen Daten ist bekannt, dass ältere Menschen und solche mit einem geschwächten Immunsystem ein höheres Risiko für eine schwere Verlaufsform haben. Die meisten Menschen, die an Covid-19 sterben, sind über 70 Jahre alt. Eine Studie aus China zeigt: In der Altersgruppe 80+ stirbt einer von sechs Infizierten, bei den 70- bis 79-Jährigen ist es einer von zwölf, bei den 60- bis 69-Jährigen einer von 27, bei den 50- bis 59-Jährigen einer von 76, bei den 40- bis 49-Jährigen einer von 250 und bei den 10- bis 39-jährigen ein Infizierter von 500. Im Alter von null bis neun gibt es keine statistisch nennenswerten Todesfälle.

Wie gefährlich ist das Virus für Babys und Kleinkinder?

Kinder kommen extrem glimpflich davon: In einer Studie von Nature Medicine wurden 745 Kinder in China untersucht, die Kontakt mit diagnostizierten Patienten gehabt hatten. Nur zehn von ihnen wurden jedoch positiv getestet und entsprechend behandelt. Sie alle hatten nur sehr milde Symptome.

Warum werden so drastische Maßnahmen gesetzt?

Die effizienteste Möglichkeit, die Verbreitung von Sars-CoV-2 einzudämmen, ist die Quarantäne. Denn es ist sicher, dass das Virus sich sehr gut von Mensch zu Mensch verbreitet, d.h. überall dort, wo viele Leute auf engem Raum zusammenkommen. Das größte Problem an Sars-CoV-2 ist aber, dass es ein neues Virus ist, eines, das es noch nie in dieser Form gab, und dass Virologen deshalb auch nicht wissen können, wie es sich verhält. Aus diesem Grund gehen die Gesundheitsbehörden vom maximal schlimmsten Szenario aus. Das ist richtig und verantwortungsvoll. Die Maßnahmen der Regierung werden getroffen, um eine weitere und unkontrollierte Ausbreitung des Virus zu verhindern und das Gesundheitssystem vor einer Überlastung durch die schweren Fälle zu bewahren.

Wie wahrscheinlich ist es, sich im Freien anzustecken? Spricht etwas gegen Spaziergänge abseits belebter Fußgängerzonen, Radausflüge oder Treffen im Park?

Nein. Virologen sagen, dass es unbedenklich ist, sich im Freien zu treffen, nur wer hustet, sollte daheim bleiben. Die österreichische Regierung z.B. empfiehlt, im Freien Abstand zu halten und nur mit jenen Personen ins Freie zu gehen, mit denen man im selben Haushalt lebt. Die Übertragung des Virus erfolgt im direkten Kontakt mit Menschen und vorwiegend in geschlossenen Räumen.

Was macht die Eingrenzung so schwierig?

Grundsätzlich die Mensch-zu-Mensch-Ansteckung, die offenbar rasch erfolgt. Außerdem können Infizierte schon ansteckend sein, bevor sie Anzeichen einer Erkrankung zeigen. Und oft ist es auch schwierig, weil noch unklar ist, wer Patient Zero ist, d.h. wer der erste Patient ist, wo er sich angesteckt hat und mit wem er Kontakt hatte.

Welche Hygienemaßnahmen sind sinnvoll, um eine Infektion zu vermeiden?

Folgende Hygienemaßnahmen werden empfohlen: mehrmals täglich 20-30 Sekunden lang Hände waschen mit Wasser und Seife oder einem alkoholhaltigen Desinfektionsmittel, beim Husten oder Niesen den Mund und die Nase mit einem Taschentuch bedecken und nicht mit den Händen, zudem sollte man Abstand halten zu anderen Menschen sowie den direkten Kontakt zu kranken Personen und größere Menschenansammlungen meiden. Das Virus gelangt über die Augen, die Nase und den Mund in den Körper, deshalb ist es ratsam, sich nicht mit ungewaschenen Händen ins Gesicht zu greifen.

Welche Desinfektionsmittel sind geeignet?

Grundsätzlich reicht bei Coronaviren die Verwendung von Desinfektionsmitteln mit einer Wirksamkeit gegen behüllte Viren. Für eine wirksame Hände- oder Flächendesinfektion empfiehlt die Ages daher die Verwendung von Desinfektionsmitteln, die als „begrenzt viruzid“ ausgelobt werden.

Helfen Masken?

Mundschutzmasken sind kein wirksamer Schutz gegen Viren oder Bakterien, die in der Luft übertragen werden. Aber sie können, wenn Erkrankte sie nutzen, dazu beitragen, das Risiko der Weiterverbreitung des Virus durch Niesen oder Husten zu verringern.

Wie lange hält sich das Virus auf Oberflächen und in der Luft?

Coronaviren reagieren sehr empfindlich auf Umwelteinflüsse. Laut Virologen schwebt das Virus nicht stundenlang in der Luft, sondern sinkt je nach Größe der Tröpfchen nach etwa 30 bis 45 Minuten zu Boden. Insbesondere im Außenbereich überlebt es dort nicht in entscheidender Konzentration. Bis zu drei Tage kann es auf glatten Oberflächen wie Edelstahl- oder Kunststoff nachweisbar sein, mit handelsüblichen chloridhaltigen Reinigern oder Seife lässt es sich beseitigen. Laut Ages gibt es bisher keine Belege, dass Türklinken, Griffe oder Geldscheine bei Ansteckungen eine wichtige Rolle gespielt haben. Persönlicher Kontakt ist der wichtigste Übertragungsweg.

Gibt es eine Behandlung oder Impfung?

Derzeit gibt es keine Behandlung gegen eine Infektion. Um sich vor Viren zu schützen, sind Impfungen ein probates Mittel. Die Entwicklung einer Impfung ist allerdings ein extrem aufwendiger und langwieriger Prozess. Man muss das Virus genau kennen, es im Labor “unschädlich” machen. Das Ziel ist ja, immun dagegen zu werden, ohne schwer zu erkranken. Zudem müssen Impfungen extrem hohen Sicherheitsanforderungen entsprechen, um keinerlei Schaden zu verursachen. All das braucht Zeit. Mehrere Pharmafirmen arbeiten an Konzepten. Impfungen werden gesunden Menschen verabreicht, deshalb sind die hohen Sicherheitsanforderungen auch sehr berechtigt.

Kann das Coronavirus auch über Lebensmittel und Waren übertragen werden?

Wegen der relativ geringen Umweltstabilität von Coronaviren ist es nach dem aktuellen Wissensstand eher unwahrscheinlich, dass das Coronavirus über importierte Waren übertragen wird.

Wie lange wird der Ausbruch dauern?

Derzeit kann nicht vorhergesagt werden, wie lange der Ausbruch dauern und wie sich die Epidemie insgesamt entwickeln wird. Unklar ist auch, ob die Übertragung im Sommer abnehmen wird, so wie es etwa bei der saisonalen Grippe der Fall ist. Prognosen darüber, wie sich das Virus verbreitet, sind nur Modellrechnungen. Für Virologen sind unterschiedliche Szenarien vorstellbar, was auch damit zu tun hat, welche Maßnahmen nun gesetzt werden und wie sie greifen.

Gibt es eine spezielle Therapie gegen das Coronavirus?

Covid-19 kann derzeit nicht spezifisch bekämpft werden. „Der Körper kann nur bei der Selbstheilung unterstützt werden, indem die Symptome behandelt werden“, erklärt Christoph Steininger, Virologe an der Med-Uni Wien. Bei schweren Verläufen seien bisher Infektionen durch andere Keime aufgetreten, beispielsweise Lungenentzündungen. Diese können dementsprechend therapiert werden.

Wie zuverlässig sind die Tests? Bedeutet ein negatives Testergebnis sicher, dass die Person nicht erkrankt ist?

Testergebnisse können variieren. Es kommt auf die aktuelle Viruslast im Rachenabstrich an. Deswegen werden bei einem Verdacht auch zwei PCR-Tests durchgeführt. Diese Maßnahme wurde eingeführt, um falsch negative und falsch positive Befunde zu minimieren. Eine Sars-CoV-2-Doppelinfektion ist laut dem Virologen Christoph Steininger von der Med-Uni Wien nicht möglich. Was allerdings schon möglich wäre: eine Doppelinfektion mit zwei unterschiedlichen Viren, also Influenza und Sars-CoV-2.

Warum werden nur Verdachtsfälle und nicht viel mehr Menschen getestet?

Das ist vor allem eine Frage der Test-Kapazitäten im Land. Die PCR-Messungen, mit denen das Virus nachgewiesen werden kann, sind begrenzt. Die Labore arbeiten bereits jetzt auf Hochtouren. Getestet wird auch nur bei einem begründeten Verdacht.

Wieso haben nur wenige der Verdachtsfälle tatsächlich das Virus, obwohl sie einer Ansteckungsgefahr ausgesetzt waren?

Wer Krankheitssymptome zeigt, aber negativ getestet wurde, leidet vermutlich an einer Grippe oder einem grippalen Infekt. Warum manche Menschen sich anstecken und andere nicht, obwohl sie Kontakt zu einer infizierten Person hatten, hängt vom Immunsystem, der Länge des Kontakts und davon ab, ob das Virus es tatsächlich schafft, über Mund, Nase oder Augen in den Körper einzudringen.

Kann man Covid-19 auch als HIV-Patient bekommen und muss man sich besonders schützen?

HIV-Patienten können sich auch infizieren. Es handelt sich um zwei unterschiedliche Viren. Die antivirale Therapie hilft nicht gegen Sars-CoV-2. Es gelten dieselben Hygienemaßnahmen wie für alle anderen Menschen. HIV-Experten wie der Wiener Mediziner Gerry Felician Lang empfehlen HIV-Patienten, die Einschränkung sozialer Kontakte besonders ernst zu nehmen.

Kann man zur Quarantäne gezwungen werden?

Das Epidemiegesetz legt fest, dass Personen, die eine sogenannte anzeigepflichtige Krankheit – und dazu zählt das Coronavirus seit einem entsprechenden Erlass – haben oder die verdächtigt sind, eine zu haben oder ansteckend zu sein, abgesondert werden können. Das heißt, sie können „angehalten oder im Verkehr mit der Außenwelt beschränkt werden“, sofern eine Gefahr für andere Personen nicht mit einer gelinderen Maßnahme beseitigt werden kann. Und: Die Festnahme muss unter Achtung der Menschenwürde und mit möglichster Schonung erfolgen. Wenn es notwendig ist, um die Weiterverbreitung einer Krankheit zu verhindern, können sogar Wohnungen zwangsgeräumt werden. Allerdings muss den Bewohnern – sofern diese mittellos sind – ein kostenloser Ersatz und Verpflegung zur Verfügung gestellt werden.